Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Silikon-„Karriere“ und die Folgen

Samstag, 6. März 2010

Kürzlich wurde ich von einer Patientin konsultiert, die nach mehreren Implantatoperationen eine ausgeleierte, ausgedünnte Brust hat und darunter leidet. Da die Weichteildeckung der Implantate von Haus aus gering war und sich die Brust durch deren Gewicht zunehmend gedehnt hatte, wurden nach den ersten Implantaten ständig größere Implantate nötig, die das Problem der Ausdünnung und Ausdehnung weiter verstärkten.

Dies ist ein ständiges Problem bei Silikonimplantaten. Erst vor wenigen Tagen wurde ich wegen eines ähnlichen Falles vom Leiter einer deutschen Klinik kontaktiert, der mich fragt, ob stammzellangereicherter Eigenfetttransfer hier helfen könnte.

Implantate sind natürlich immer fühlbar, meist auch sichtbar, und dehnen das Brustgewebe; jeder Patientin muß erklärt werden, daß Implantate nach einigen Jahren wegen Ausdehnung des Brustgewebes aus Gründen der Optik getauscht werden müssen und daher mit Folgeoperationen zu rechnen sein wird. Dies bedeutet, wenn man nicht eine überdimensionierte, Fußball-ähnliche Brust möchte, daß die Brüste per Reduktionsplastik operativ zu straffen sind, um eine vernünftige Größe (wieder-)herzustellen.

Aus meiner Sicht gibt es nach der operativen Straffung zwei Optionen, um eine bessere Optik zu erzielen:

Ausschließlich Brustaufbau mit stammzellangereichertem Eigenfett. Natürlich fällt die Vergrößerung dann weniger beeindruckend, aber desto natürlicher aus. Dieser Weg wäre zu wählen, falls die Patientin mit ihren Implantaten generell unglücklich ist und sie auf jeden Fall los werden möchte.

Setzung neuer Implantate und Versuch der Auffüllung/Abrundung der Implantat-Kanten, sowie des Unterhautbindegewebes im Brust-/Brustkorbbereich mit stammzellangereichertem Eigenfett. Hier bleibt die Vergrößerung durch das Implantat bestehen, womit weniger Volumen bewegt werden muß.

Da das Problem weiterer Gewebsausdünnung durch das Implantat nur durch Verzicht auf weitere Implantate behoben werden kann, bevorzuge ich die erste Variante, auch wenn die Vergrößerung nicht so dramatisch ausfallen wird, wie mit Silikon. Dafür bleibt die Brust aber in Form und die Patientin kann sich auch weitere Jahre an ihr freuen, ohne alle paar Jahre aufwendige und komplikationsträchtige Folgeoperationen einplanen zu müssen.

Sollte man die Silikonimplantate nicht von Haus aus weglassen? Das fragt sich

Ihr DDr. Heinrich.

Qualität der Beratung bei Schönheitschirurgen

Montag, 4. Januar 2010

Wieder einmal führte ein Konsument-Test über „Beratung bei Schönheitschirurgen“ zu medialer Resonanz. Obwohl wir nicht getestet wurden, hier ein paar Gedanken von mir:

Bemängelt wurden im Test u.a. längere Wartezeiten der Patientinnen und Patienten im Warteraum verschiedener Schönheitschirurgen. Wartezeiten sind ärgerlich, jeder kennt das. Allerdings sind sie nicht vollständig zu vermeiden, besonders, wenn der Schönheitschirurg sehr gefragt ist und sich Mühe gibt, auf seine Patientinnen optimal einzugehen. Wie viel Zeit dies beansprucht, hängt vom Einzelfall ab und ist im Vorhinein nicht kalkulierbar.

In meiner Ordination Clinic DDr. Heinrich® bieten wir deshalb neben den herkömmlichen Terminen gegen erhöhtes Honorar auch VIP-Termine ohne Wartezeiten, auf Wunsch auch außerhalb der Ordinationszeiten an.

Ferner wird im Test wieder einmal der alte Mythos bedient, es gäbe ein bestimmtes Spezialfach der Chirurgie, daß zur kosmetischen Chirurgie ausbilden würde. Diese Darstellung ist falsch; zahlreiche erfolgreich in der kosmetischen Chirurgie tätige Ärzte für Allgemeinmedizin, Hautärzte, Frauenärzte, HNO-Ärzte, bzw. Ärzte mit anderen Spezialisierungen beweisen täglich das Gegenteil.

Natürlich gibt es keinen „Facharzt für Kosmetische Chirurgie“. Die ärztliche Berufsausbildung aller Fächer hat die Therapie von Krankheiten bzw. körperlichen Gebrechen zum Ziel. Spezialkenntnisse für kosmetische Eingriffe erwerben Ärzte aller Fachrichtungen nur im Rahmen freiwilliger Zusatzausbildungen. Dabei zählt nicht das Herkunftsfach des Arztes sondern Begabung und Fokussierung auf die angewendeten Techniken.

Hinzu kommt, daß sich die kosmetische Chirurgie zurzeit in einem Wandel befindet: Anstelle von Behandlungen mit Skalpell und Silikon unter Vollnarkose treten sanfte und schonende ambulante Behandlungen wie die Fettabsaugung mit Mikrokanülen oder die Brustvergrößerung mit Stammzell-angereichertem Eigenfett. Das Repertoire der Methoden dieser „Neuen Kosmetischen Chirurgie“ stammt aus verschiedenen Teilbereichen der Medizin. Dabei tun sich jene Ärzte leichter, die eine fachübergreifendere Grundausbildung absolviert und zusätzlich zu chirurgischen auch in internistischen Kategorien zu denken gelernt haben.

Deshalb rate ich Ihnen, bei Interesse an einem kosmetischen Eingriff zu prüfen, ob der Kosmetische Chirurg Arzt für Allgemeinmedizin mit Zusatzausbildungen im Bereich der kosmetischen Chirurgie und der Anti-Aging-Medizin ist – wahrscheinlich wird Ihr Eingriffsergebnis nämlich besser ohne Skalpell und Plastik!

Ihr DDr. Heinrich

Clooney auf der Flucht vor Plastik-Brüsten…

Sonntag, 20. Dezember 2009

Auch wenn einem Clooneys Freundin leid tut – sowohl als Mann, auch als Schönheitschirurg kann ich ihn verstehen. Es gibt kaum etwas Unerotischeres als pralle Plastikbrüste! So wird es in der Tat Zeit, daß Patientinnen – wie kürzlich im Profil zu lesen war – weltweit die Auswüchse einer übertriebenen und nicht mehr zeitgemäßen ästhetischen Chirurgie an sich selbst beheben lassen! Unnatürlich aussehende Silikonbrüste, geliftete, überstraffte Puppen-Gesichter – all dies könnte auch aus Sicht der behandelnden Ärzte bald der Vergangenheit angehören: Aus einer Skalpell- und Plastik-lastigen kosmetischen Chirurgie entsteht gerade eine fachübergreifende Schönheits- und Verjüngungsmedizin, die „Neue Kosmetische Chirurgie“, in der Silikon, Plastik und Skalpell in den meisten Fällen verzichtbar sein werden!

Statt großzügiger Schnittführung mit dem Skalpell verwendet die „Neue Kosmetische Chirurgie“ minimal-invasive, schonende kosmetische Eingriffe unter reiner örtlicher Betäubung, statt Silikon körpereigene, mittels Mikrokanülen aus Fettgewebe gewonnene Stammzellen, womit z.B. dauerhafte, natürlich aussehende, Plastik-freie Brustvergrößerungen längst möglich sind, sowie bioidentische Hormone und Wachstumsfaktoren!

Hätte sich Clooneys Freundin für eine dezente und völlig natürlich aussehende Brustvergrößerung mit Stammzell-angereichertem Eigenfett entschlossen, wäre er sicher bei ihr geblieben. Wahrscheinlich hätte er sich gewundert, weshalb Ihre Brust größer und voller gewesen wäre, ohne anzunehmen, dass ärztliche Kunst dabei nachgeholfen hätte.

Ihr DDr. Heinrich

Botox bei ägyptischen Mumien?

Samstag, 5. Dezember 2009

Ägypten hat mich immer fasziniert. Kürzlich sah ich einen beeindruckenden Bericht von den Ausgrabungen im antiken Tanis durch. Dort wurden – was recht unbeachtet blieb – die unberührten Gräber der Pharaonen Psuennes und Chechonk gefunden.

Dabei hatte ich auch Gelegenheit, Fotos einiger Mumien aus dieser späteren Epoche des Neuen Reiches zu betrachten. Sie sahen aus wie zu ausgiebig mit Plastischer Chirurgie, Botox und Fillern behandelt: Faltenfrei, gerundet, aber eben leblos, fahl und alt. Zu jener Zeit ging man nämlich dazu über, die Gesichter der Leichen vor der Konservierung mit Natronpulver mit verschiedenen „Fillern“ zu behandeln, um volle faltenlose Wangen trotz Austrocknung zu erzielen.

Ich werde oft gefragt, weshalb ich kein Botox anbiete, obwohl es zweifelsfrei ein sicher wirkendes Therapeutikum gegen Falten ist. Wenn man ein Gesicht über längere Zeit mit Botox und Fillern behandelt, kommt es zu Veränderungen des Gewebes, die dem Gesicht auf schaurige Weise etwas Lebloses, Mumien-ähnliches geben. Botox lähmt nämlich nicht nur die Muskulatur, womit Falten verstreichen, sondern macht die Haut auch dünner, fahler und trockener, das heißt, älter aussehend. Vor allem, weil es die Drüsen der Unterhaut rückbildet (ein Effekt, den man sich in der Therapie von Schweiß-Händen oder -Achseln zunutze macht).

Gibt es eine Alternative in der Faltenbehandlung? Ja – die Neue Kosmetische Chirurgie hat in der Tat Besseres anzubieten: Growth Factors (Wachstumsfaktoren), das sind bestimmte Gewebshormone, die mittels einer speziellen Form der Mesotherapie in die Haut eingebracht werden, und natürlich die Therapie mit körpereigenen Stammzellen, gewonnen durch Fettabsaugung mit Mikrokanülen! Beide Therapien bewirken, daß sich die Gesichtshaut deutlich verjüngt, strafft und sich Falten reduzieren.

Kann man Botox in der Kosmetischen Chirurgie trotzdem sinnvoll einsetzen? Ja, etwa, wenn die Mimik nach einem Eingriff einige Monate reduziert werden soll, um ein perfektes Heilen im Gesichtsbereich zu fördern.

Viele Frauen wären wohl gern Prinzessin am Hofe Pharao Chechonks gewesen, aber die wenigsten würden gern zu Lebzeiten wie eine Mumie aussehen, wenn sie die Wahl haben. Daher bin ich optimistisch, daß sich die neuen natürlichen Methoden durchsetzen werden und der Mumienlook bald der Vergangenheit angehören wird.

Ihr DDr. Heinrich

Ballon-Silikonbrüste

Mittwoch, 11. November 2009

Vor einiger Zeit konsultierte mich eine Patientin nicht wegen Brustvergrößerung oder Fettabsaugung sondern wegen hormoneller Regeneration und zeigte mir – eher zufällig – auch Ihre Brüste. Sie hatte vor 20 Jahren mit kleinen 100 ml-Implantaten begonnen und nach mehreren Implantatentfernungen steht sie mittlerweile bei gewaltigen 800-ml-Implantaten auf jeder Brustseite. Und sie ist kein Einzelfall!

Silikonimplantate leiern durch ihre Härte und ihr Gewicht jede Brust soweit aus, daß nach einigen Jahren entweder eine operative Straffung oder ein deutlich größeres Implantat nötig ist, damit nicht alles Falten zieht und hängt. Irgendwann ist man dann beim Ballon, der halt in dem Fall nicht schwebt sondern die Brüste noch stärker nach unten zieht. Hier muß in der Kosmetischen Chirurgie ein Umdenken einsetzen! Plastik-Chirurgen müssen ihre Patientinnen darüber aufklären, was sie in den Jahren nach der Implantation erwartet:

Eine Großbaustelle Brust mit mehreren Folge-Operationen. Da die Komplikationsrate bei Implantat-Operationen auch von versierten Plastik-Chirurgen mit 8 bis 10 % angegeben wird (daher wohl höher ist als zugegeben), kann man sich ausrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Komplikationen bei 5 Operationen sein wird: 1/10 × 5 = 50 %! Ich kann nur an Ihre Vernunft appellieren – vermeiden Sie wenn möglich Plastik-Chirurgie bei kosmetischen Problemen! Vermeiden Sie es, Ihre Brust zur Silikon-Problemzone zu machen!

Wenn Sie eine Brustvergrößerung wünschen greifen Sie bitte zu den sanften Methoden der Neuen Kosmetischen Chirurgie, zur Brustvergrößerung mit Stammzell-angereichertem Eigenfett. Natürlich ist dies etwas teurer als Silikon, aber bedenken Sie, daß Sie maximal eine zweite Einspritzung benötigen, wenn Ihre Brust von Haus aus zu straff und klein für eine ausreichende Vergrößerung mit einem Eingriff war. Auch ist die Komplikationsrate viel geringer. Bei Silikon hingegen sind Sie auf etwa 5 Tausch-Operationen sowie mindestens eine Straffungs-Operation in den nächsten 20 Jahren abonniert und Sie haben eine „gute“ Chance auf Komplikationen. Und, ehrlich, wer findet künstliche Ballonbrüste denn heute wirklich noch sexy – George Clooney lief bekanntlich seiner Freundin schon wegen 280 ml Silikon davon…

Ihr DDr. Heinrich

Miss Plastik-Chirurgie als Schönheitsideal?

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Kürzlich berichteten der ORF und zahlreiche andere Medien über eine außergewöhnliche Miss-Wahl aus Ungarn: Bei der Miss Plastic Hungary durften nur Kandidatinnen antreten, die zuvor plastisch-chirurgische Eingriffe über sich ergehen ließen. Den Titel gewann schließlich eine 22-jährige Hostess, bei der Chirurgen nicht nur mit Spritzen nachgeholfen hatten – eine Behandlung mit Botox alleine hätte nämlich nicht ausgereicht, um an der Miss-Wahl teilnehmen zu dürfen.

Den Berichten zufolge gewannen aber nicht nur die mit Plastik „aufgehübschten“ Damen Preise, sondern auch die Plastik-Chirurgen, die mit Skalpell und Silikon der Natur nachhalfen. Eine Bewerberin hatte sogar eine Operation an den Zehen über sich ergehen lassen, um dem Ideal des „perfekten Körpers“ scheinbar näherzukommen. Doch diese Wahl erscheint im Lichte der aktuellen Trends und Entwicklungen im Bereich der Schönheitsmedizin geradezu anachronistisch.

Seit einiger Zeit geht der Trend in der Schönheitsmedizin unzweifelhaft in Richtung der Wiederherstellung der natürlichen Schönheit und Gesundheit. Ein gesunder Körper strahlt nämlich immer auch Schönheit aus und natürliche Schönheit kann zu einem besseren Wohlbefinden führen.

Die Neue Kosmetische Chirurgie hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst schonend und natürlich zu mehr Schönheit und Gesundheit zu führen: Brustvergrößerungen mittels Silikonimplantaten und operative Facelifts können in vielen Fällen durch Behandlungen mit Stammzell-angereichertem Eigenfett ersetzt werden – die Folge sind natürliche Ergebnisse ohne Narben und implantierte Fremdkörper. Hartnäckige Fettdepots können mittels eigens entwickelter und patentierter Mikrokanülen schonend entfernt werden, in vielen Fällen reicht schon das Beheben hormoneller Imbalancen mittels bioidentischer Hormone (Hormonal Regeneration®), um kosmetische Verbesserungen zu erzielen.

Wer hingegen besonders künstlich aussehen will, mag auch in Hinkunft zu Plastik und Plastik-Chirurgie greifen. Ob die Ergebnisse auch außerhalb eines Miss-Plastik-Contests einen Preis verdienen, sei dahingestellt.

Ihr DDr. Heinrich

Wer verunstaltete Michael Jackson?

Freitag, 2. Oktober 2009

Kürzlich lief in ORF2 der Club2 zum Thema „Silikon und Schlankheitswahn“. Es diskutierten u.a. Dr. Mang, Dr. Holle, Cordula Reyer, sowie ein Philosoph, ein Musikmanager und eine Mediensoziologin. Ich fand die Diskussion teilweise philosophisch sehr inspirierend, aber auch die Schönheitschirurgen nannten das Kind nicht beim Namen: Menschen erzeugen Nachfrage, Nachfrage erzeugt Angebot, über Angebote wird in den Medien berichtet und das erzeugt weitere Nachfrage. Ärzte, denen kosmetisches Arbeiten Spaß macht, bieten ihre Dienste an. Patienten wählen zwischen angebotenen Leistungen und Anbietern und erzeugen damit Trends in der kosmetischen Chirurgie.

Unpassend und unzutreffend war, daß der Facharzt für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie Dr. Holle verpfuschte Schönheitsoperationen jenen kosmetischen Chirurgen zuschob, die keine Fachärzte für Plastische Chirurgie sind! So waren es z.B. tatsächlich Fachärzte für Plastische Chirurgie, die Michael Jackson verunstaltet haben.

Kosmetische Chirurgen der Fachherkunft Plastische und Rekonstruktive Chirurgie haben in Ihrer Ausbildung chirurgisch anspruchsvolle und aufwendige rekonstruktive Operationen gelernt und tendieren naturgemäß eher dazu, das Skalpell großzügig einzusetzen, bzw. aufwendig und invasiv zu operieren. Dies ist natürlich bei der Rekonstruktion nach Unfällen und Tumorentfernungen oft unumgänglich, in der Schönheitsmedizin hingegen meist „too much“, auch weil unnatürliche Ergebnisse und Komplikationsraten durch invasives Operieren stark zunehmen.

Außerdem stimmt es natürlich nicht, daß, wie Dr. Holle meinte, Plastische Chirurgen kosmetische Eingriffe in ihrer Spitalsausbildung lernen würden. Kein einziger heute in Österreich arbeitender Plastischer Chirurg hat kosmetische Eingriffe während seiner Fachausbildung lernen können. Dies gilt, wie wir Ärzte wissen, genauso für Plastische Chirurgen in anderen Ländern. Oder würden Sie sich eine einen Schönheitseingriff von einem in Ausbildung befindlichen Chirurgen in einem Ausbildungsspital machen lassen?

Alle Ärzte, die kosmetisch arbeiten wollen, müssen dies zunächst in bezahlten Zusatzkursen lernen. Egal ob Plastischer Chirurg (wie Holle), HNO-Arzt (wie Mang), oder Arzt für Allgemeinmedizin (wie ich). Später zeigt sich dann, wer wofür Talent hat und wem die Patienten vertrauen.

Ihr DDr. Heinrich

Diskussion über Fettabsaugung auf der Messe La Donna

Mittwoch, 30. September 2009

Mitte bis Ende der Woche fand die Messe La Donna in der Wiener Stadthalle statt. Anläßlich einer Podiumsdiskussion mit anderen Experten für Schönheit und Schlankheit wurde das Thema Fettabsaugung aufgeworfen, nicht zuletzt, weil abgesehen von mir zwei weitere Ärzte zugegen waren, die gerne Fettabsaugung zur Figurkorrektur anbieten. Zwar sprach ich in dieser Diskussion v.a. über Brustvergrößerung mit Stammzellen, ich brachte mich aber naturgemäß auch zum Thema Liposuktion ein.

Viele Mißverständnisse herrschen immer noch auf diesem Gebiet der Schönheitschirurgie. So hat sich bei den meisten Schönheitschirurgen noch nicht herumgesprochen, daß die Verwendung von Mikrokanülen (1,5–2 mm Durchmesser) eine narbenfreie Absaugung bei minimaler Nachsorge von wenigen Tagen ermöglicht.

Oft wird kontroversiell diskutiert, ob man vor oder nach einer Gewichtabnahme fettabsaugen solle. Meine Erfahrung dazu zeigt, daß man es davor tun sollte; dies, weil es erstens die weitere Gewichtabnahme erleichtert, und zweitens Platz schafft, damit sich das Gewebe bei der anschließenden Gewichtabnahme besser straffen kann. Nach starker Gewichtabnahme sind die Fettzellen weiters so „ausgelutscht“, daß sie nur schwer absaugbar sind, weil sie eben nicht so gut platzen, wie volle Fettzellen, wenn die Absaug-Kanüle eindringt.

Natürlich ist in vielen Fällen bei Gewichtsabnahme eine Fettabsaugung weder erforderlich noch zielführend. Nur eine Konsultation mit dem Schönheitschirurgen kann dazu Klarheit schaffen. Wenn man sich aber dafür entscheidet, diese Hilfsmethode anzuwenden dann bitte eher vor der Diät als danach!

Ihr DDr. Heinrich

Schaffen Schönheitschirurgen Zombies?

Dienstag, 22. September 2009

Eben lese ich, daß Kollege Dr. Mang aus Deutschland, ein medial sehr präsenter Schönheitschirurg, der an einer Seifenoper über Schönheit mitwirkte, ein kritisches Buch über Schönheitschirurgie herausgegeben hat. Tenor: Schluß mit überflüssigen Brustvergrößerungen, Facelifts und Fettabsaugungen – macht die Menschen nicht zu Zombies! Alle Achtung, Kollege!

Dr. Mang ist ja aus vielen Gründen bemerkenswert, nicht nur, weil er offene Worte für Probleme der Branche findet, sondern auch, weil er offen dazu steht, HNO-Arzt zu sein. Unter uns Ärzten ist ja kein Geheimnis, daß die Fachherkunft eines Schönheitschirurgen wenig über seine Befähigung aussagt, auch wenn manche Fachärzte einer bestimmten chirurgischen Subdisziplin dies gegenüber dem Publikum und den Medien gern anders darstellen.

Ich teile Mangs Vorbehalte – meine Reserviertheit gegenüber den belastenden, chirurgischen Methoden der herkömmlichen Schönheitschirurgie ist ja bekannt. Hier fällt mir der alte Spruch ein: „Wer einen Hammer hat dem kommt alles wie ein Nagel vor“ – je mehr Werkzeuge einer nun zur Verfügung hat, desto weniger wird er dazu neigen, alles als Nagel zu betrachten und einschlagen zu wollen! Chirurgie ist oft wie der sprichwörtliche Hammer…

Deshalb bin ich der Meinung, daß (Fach-)Ärzte für Allgemeinmedizin mit Zusatzausbildungen in kosmetischer Chirurgie eine bessere Grundausbildung für die Neue Kosmetische Chirurgie mitbringen, als Chirurgen! Dies, weil sie aus allen medizinischen Fächern die optimalen Werkzeuge für Schönheit und Verjüngung wählen können: Minimalinvasive Chirurgie, Stammzellen und bioidentische Hormone sind im Bereich der Schönheit meist zielführendere Methoden als Silikon und Skalpell!

Belastende wiederherstellende Operationen, die selbstverständlich in die Hand eines erfahrenen plastischen Chirurgen gehören, sollten im Normalfall in der Schönheitschirurgie nicht nötig sein.

Ihr DDr. Heinrich

Silikonimplantate zur Identifizierung von Mordopfern?

Dienstag, 1. September 2009

Als ich kürzlich in den USA war las ich in den Medien, daß die Frau eines prominenten Finanzinvestors ermordet wurde. Ihr Mann wurde übrigens nach einer abenteuerlichen Flucht mit Schnellboot nach Kanada als Hauptverdächtiger gesucht und hat anschließend offenbar Selbstmord begangen. Ihr Mörder hatte ihre Leiche so unkenntlich gemacht, daß Sie nur mittels der Seriennummer ihrer Brustimplantate identifiziert werden konnte. Haben Implantate also doch ihr Gutes? Makaber, zugegeben.

Mich erinnerte dies an den Roman „Do Androids dream of Electric Sheep“, der als „Bladerunner“ unter der Regie von Ridley Scott mit Harrison Ford und Sean Young verfilmt wurde. Es ging dabei darum, flüchtige Replikanten, also quasi künstliche Menschen, die vernichtet werden mußten, von echten Menschen zu unterscheiden. Dies gelang indem man Hautzellen untersuchte, auf denen sich Marker mit Seriennummern fanden, die eine eindeutige Identifizierung als nachgemachter (replizierter) Mensch erlaubte. Natürlich verliebte sich Harrison Ford, der Bladerunner, dessen Aufgabe das Aufbringen und Vernichten von flüchtigen Replikanten war, ausgerechnet in Sean Young, eine Replikantin… Sie sollten sich den Film mal ansehen, wenn Sie ihn seinerzeit nicht gesehen haben.

Werden wir also auch bald alle Seriennummern eingepflanzt bekommen, um eindeutig identifiziert werden zu können? Solange die Kosmetische Chirurgie ohne Plastik auskommen kann, etwa indem Brustvergrößerungen durch Stammzellen aus körpereigenem Fett gemacht werden, sollten wir auf Plastikimplantate verzichten, auch wenn dies dereinst möglicherweise die Identifizierung erschweren sollte.

Ihr DDr. Heinrich